
Von: Landesbühne Nord
Geschichte lässt sich nicht nur lesen, sondern auch hören. So wurden am 9. November unter dem Titel „Dem Andenken an die Vorfahren“ in der ehemaligen Synagoge von Neustadtgödens historische Texte szenisch vorgetragen. Die szenische Lesung wurde nach der Veranstaltung ohne musikalische Begleitung durch die Landesbühne Nord aufgezeichnet.
Anlass der Veranstaltung war der Jahrestag der Novemberpogrome von 1938, die auch im Nordwesten Deutschlands zur Zerstörung jüdischen Lebens führten.
Das Projekt ist eine Kooperation der Volkshochschule und Musikschule Wilhelmshaven, der Landesbühne Nord und des Landrichterhauses. Das Projekt wurde mit Mitteln des Landespräventionsrates Niedersachsen und des Landes- Demokratiezentrums Niedersachsen im Rahmen von ANNE (Antisemitismusprävention mit der Niedersächsischen Erwachsenbildung) gefördert.
Bei der Lesung wurden historische Quellen und zeitgenössische Stimmen aufgegriffen, um die Vielschichtigkeit der Beziehung zwischen jüdischen und nichtjüdischen Nachbarn zu verdeutlichen. Sie erinnerte an Zeiten des Miteinanders und der Nachbarschaft, zeigte aber auch Ausgrenzung, Vorurteile und schließlich die Eskalation der nationalsozialistischen Verfolgung. In der besonderen Atmosphäre der ehemaligen Synagoge, die heute als Erinnerungs- und Lernort dient, entfalteten die Texte eine eindringliche Wirkung.
Solche Veranstaltungen machen Geschichte erfahrbar. Szenische Lesungen lassen historische Quellen hörbar werden und eröffnen neue Zugänge zu lokalen Erinnerungsorten.
Die Lesung wurde aufgezeichnet. Wir freuen uns, die Aufnahme hier auf Frisia Judaica zugänglich machen zu können: